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Heute vor 21 Jahren: Massaker an Aleviten im türkischen Sivas mit 37 Toten

Am 2. Juli 1993 fand in der zentralanatolischen Stadt Sivas ein Brandanschlag auf das Madimak-Hotel statt, bei dem 37 Personen zumeist alevitischen Glaubens ums Leben kamen. Wikipedia berichtet, dass sich nach dem Freitagsgebet etwa 20.000 sunnitische Moslems vor dem Hotel versammelt hatten. Aus der aufgebrachten Menschenmenge wurden Brandsätze gegen das Hotel geworfen. Da es aus Holz gebaut war, breitete sich das Feuer schnell aus. Der wütende Mob verhinderte, dass sich die Bewohner des Hotels ins Freie retten konnten, so dass sie schließlich vom Feuer eingeschlossen waren und verbrannten.

Das Staatsicherheitsgericht in Ankara kam zu dem Urteil, dass die Menge die Feuerwehr bei den Rettungsarbeiten behinderte. Zudem belegen Zeugenaussagen sowie Videoaufnahmen, wie vereinzelte Polizisten der Menge halfen und eine anrückende Militäreinheit sich wieder zurückzog.

Der Grund für den Anschlag war neben der grundsätzlichen Feindseligkeit sunnitischer Moslems gegenüber Aleviten wohl die türkische Übersetzung der “Satanischen Verse” durch den atheistischen Schriftsteller Aziz Nesin. Außerdem hatte er bei einem alevitischen Kulturfestival öffentlich erklärt, er halte einen Großteil der türkischen Bevölkerung für „feige und dumm“, da sie nicht den Mut hätten, für die Demokratie einzutreten.

So fühlten sich vor allem konservative sunnitische Kreise provoziert, was zu diesem Brandanschlag führte, der live im TV übertragen wurde. Nesin selbst überlebte den Anschlag leicht verletzt. Die Aleviten nennen diesen Anschlag das „Sivas-Massaker“, die türkische Regierung bezeichnet es lediglich als einen „traurigen Vorfall“. Am 11. November 2007 wurden die Gräber der Sivas-Opfer in Ankara beschädigt, wobei die Gedenkmauer dabei komplett zerstört wurde. Kurze Zeit später kam es erneut zu einer Beschädigung der Sivas-Gedenkstätte durch unbekannte Täter.

Die Welt berichtet heute über die dramatischen und skandalösen Ereignisse:
Er sah die sunnitische Menge damals erstmals, als sie nach dem Freitagsgebet aus drei Moscheen zum Kulturzentrum zog, um 1500 Teilnehmer eines alevitischen Konzerts mit Stöcken und Steinen und Beschimpfungen zu empfangen. Mit einigen Freunden zog er sich daraufhin ins “Madimak” zurück, weil sie sich im Hotel sicher wähnten. Gegen 16 Uhr tauchte die inzwischen auf 10.000 Personen angewachsene Menge allerdings auch vor dem Hotel auf. (..)

Die Eingeschlossenen riefen in der Zentrale der Sozialdemokratischen Partei (SHP) in Ankara an. Aziz Nesin, der 78-jährige berühmte türkische Schriftsteller und Redner des Festivals, beschwor den SHP-Parteivorsitzenden und stellvertretenden Ministerpräsidenten Erdal Inönü, sich der Belagerten anzunehmen. Journalisten aus Ankara, Istanbul, sogar aus dem Ausland riefen im Hotel an und sorgten sich. Doch vor Ort sorgte sich niemand.

Um 18 Uhr hielt die schwache Polizeilinie dem Druck der inzwischen 15.000 Personen zählenden Menge nicht mehr stand. Einige Soldaten, die zur Verstärkung geschickt worden waren, zogen sich erschreckt und hilflos zurück, als sie mit einem Pfeifkonzert und Sprechchören empfangen wurden. “Es lebe die Scharia!” – “Nieder mit dem Laizismus!” Niemand trennte die wütende Menge mehr vom Hotel.

Acht Stunden lang wurde das Massaker von den Kameras der Nachrichtenagentur News Agency (IHA) aufgenommen und am selben Abend im türkischen Fernsehen übertragen. Bis heute ist im Internet zu besichtigen, wie zwei Autos an der Vorderfront des Hotels umgestürzt und angezündet wurden und die Flammen bis zum zweiten Stock emporloderten.

Einige Demonstranten stiegen ins Gebäude, warfen Möbel aus den Fenstern, vergossen Benzin im Frühstücksraum und zündeten es an. Die Flammen ergriffen Tische, Stühle, Vorhänge und fraßen sich in die Teppiche. Schwarzer, heißer Rauch drang nach oben in die Zimmer, in die Korridore, in das Treppenhaus.

Zu allem Überfluß habe Deutschland geflohenen Tätern auch noch Schutz gewährt:

Die Gerichtsverhandlungen gegen die Täter von Sivas zogen sich über viele Jahre. Von insgesamt 190 Verhafteten wurden 100 zu Haftstrafen zwischen zwei Jahren und lebenslänglich verurteilt. In 33 Fällen erging die Todesstrafe, die, als die Türkei Letztere abschaffte, in lebenslange Haft umgewandelt wurde.

Neun rechtskräftig verurteilten Tätern gelang es, sich den Verfahren in der Türkei durch Flucht nach Deutschland zu entziehen. So wurde der Brandanschlag von Sivas nicht nur zu einer internen Angelegenheit der Bundesrepublik Deutschland, weil Angehörige von Opfern hier wohnen, sondern auch, weil Täter hier Unterschlupf fanden.

Acht von ihnen erhielten politisches Asyl beziehungsweise wurden als Flüchtling im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention anerkannt. Auslieferungsersuchen der Türkei wies Deutschland zurück. Entweder – befanden deutsche Gerichte – sei der persönliche Anteil der betreffenden Personen an dem Pogrom nicht erkennbar, oder ihre Verfahren seien nicht fair gewesen, da an ihrer Verurteilung ein Militärrichter beteiligt war.

Als Vahit Kaynar, ein zu lebenslanger Haft verurteilter Sivas-Täter, am 25. September 2011 aufgrund eines internationalen Haftbefehls an der deutsch-polnischen Grenze festgenommen wurde, setzte sich daher das deutsche Außenministerium bei der polnischen Regierung für ihn ein und erreichte gegen Kautionszahlung seine Rückkehr nach Berlin, wo Kaynar weiterhin unbehelligt sein Döner-Geschäft betreibt.


So werden türkische Täter in Deutschland geschützt. Die Aleviten hingegen, die wohl als einzig wirklich moderate Moslems bezeichnet werden können, werden vielfach ignoriert. So hat der Bayerische Landesverband der Aleviten im Juli letzten Jahres eine Scharia-Verzichtsforderung gestellt, was nur die Preußische Allgemeine Zeitung thematisierte. Der Halbtürke und Erdogan-Fan Imam Idriz bewertete diese Forderung als “extremistisch”. Es ist mehr als bezeichnend, dass Idriz von der gesamten etablierten Münchner Politikszene unterstützt wird.

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